Fußball

Im Mai 1945 begannen die Fußballer unter sehr schwierigen materiell-technischen Bedingungen mit einem regelmäßigen Trainingsbetrieb. Mit vorhandenen privaten Gummibällen oder mit Stoff ausgefüllten alten Lederhüllen wurde der Spielbetrieb aufgenommen. Neue Fußballschuhe oder eine einheitliche Spielkleidung waren nicht vorhanden. Dabei haben wir uns besonders auf die Jugendarbeit konzentriert.

Immerhin dauerte es fast ein Jahr, ehe am 26.05.1946 die beiden Jugendmannschaften von Radebeul und Reichenberg das erste Freundschaftsspiel bestritten. Der 3 : 2 Sieg sei nur am Rande vermerkt, denn wichtiger dabei war, dass mit dieser Mannschaft der Grundstein für die zukünftige Spielstärke im Erwachsenenbereich gelegt wurde, denn der überwiegende Teil dieser "Truppe" waren später Spieler der 1. Fußballmannschaft.

Große Verdienste erwarben sich dabei die leider schon verstorbenen Sportfreunde Mehlhorn, Lohse, Taschenberger, Philipp, Klingner und Selbmann und vor allem die heute noch aktiv tätigen Ehrenmitglieder Rudi Wagner und Willi Scholz (manchem nur als Uli West bekannt).

Erst 1947 kam es zum ersten Spiel einer 1. Männermannschaft gegen die Elf von Strießen.

Den jüngeren Sportfreunden sei erläutert, dass bis zu diesem Zeitpunkt nur territorial Sport getrieben werden durfte, d. h. dass man nur bei der Gemeinschaft spielen konnte, wo man seinen Wohnsitz hatte.

Wir Fußballer sind stolz darauf, dass wir im Zuge des Neuaufbaues von Körperkultur und Sport nach dem Krieg den Grundstein für unsere heutige BSG Chemie Radebeul legten.

Mit den sich ständig verbessernden materiell-technischen Bedingungen, der guten Nachwuchsarbeit vorstehend genannter Sportfunktionäre, der Aufhebung des territorialbedingten Sporttreibens sowie auch durch die damaligen so genannten "Heimkehrer" aus der Kriegsgefangenschaft entwickelte sich die Sektion sowohl von der Mitgliederhöhe als auch von der Spielstärke weiter. Unter dem Namen "BSG Chemische Fabrik von Heyden" über "BSG ALCID Radebeul" bis "BSG Chemie Radebeul" errangen sich die Fußballer auf Grund ihrer Leistungen Achtung und Anerkennung in der näheren und weiteren Umgebung.

Dafür sei folgendes Beispiel genannt:

Die 1. Mannschaft als Aushängeschild einer Sektion erwarb sich bereit 1948/49 Anerkennung dadurch, dass sie in einem Freundschaftsspiel vor 3.000 Zuschauern (?) auf dem Sportplatz Wilhelm-Pieck-Straße, den damaligen Vize-Ostzonenmeister "SG Friedrichstadt", mit solchen bekannten Spielern wie Birkner, Richard Hofmann, Helmut Schön, Kreische und Dzur spielend, mit 2 : 1 schlug. Diese Mannschaft war es auch, der es 1952 (leider nur eine Saison) gelang, in der höchsten Klasse des Bezirkes zu spielen.

Stellvertretend seien folgende Spieler dieser Mannschaft genannt, die heute noch mit dem Sport verbunden und geachtete Mitarbeiter des Trägerbetriebes VEB Arzneimittelwerk Dresden sind:

Rade, Schelle, Wolff, Fischer, Weise und Gündel. Auch solche bekannten Mitarbeiter des Betriebes wie W. Naumann, H. Zumpe, K. Enax, W. Pappritz (jahrelang auch als Trainer), A. Veldung, R. Ruhl, A. Sennefelder, H. Berger, S. Conrad, H. Bahrt, H, Schütze (t), H. Trentzsch, H. u. G. Görschel, R. Lennicke, H. Zimmermann (t) und W. Aust sowie viele andere spielten im Trikot der 1. Mannschaft der 60er bzw. 70er Jahre.

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In diesen und den folgenden Jahren wurde in der Bezirksklasse zwar das Niveau mitbestimmt, aber zum Durchbruch und Aufstieg der 1. Männermannschaft in die höchste Klasse kam es erst 1984/85.

Entscheidenden Anteil daran hatte der Übungsleiter Bernd Hänsel, der dafür und für seine Aktivitäten im Nachwuchsbereich der Sektion als "Vorbildlicher Übungsleiter des DTSB ausgezeichnet wurde.

Die verdienstvollen Spieler dieser Mannschaft, die immerhin unter komplizierten Bedingungen 3 Jahre lang bis zur Saison 1986/87, in der Bezirksliga spielten, sind im Bildteil dieser Broschüre genannt und zu sehen.

Es ist hier nicht die richtige Stelle zu analysieren, warum der Abstieg bzw. nicht der sofortige Wiederaufstieg erfolgte, aber eins sei gesagt, dass eine durchgeführte kollektive Auswertung im Ergebnis zeigte, dass sich die Mannschaft mit ihrem Übungsleiter dem Ziel "Wiederaufstieg" stellt. Dass sie dabei die Unterstützung der Leitungen und der gesellschaftlichen Kräfte des Territoriums benötigen, soll nicht unerwähnt bleiben. Zum Thema "Aushängeschild 1. Mannschaft" wäre noch zu ergänzen, dass in zahlreichen Freundschaftsspielen mit Mannschaften aus Michelau, Hamburg, Wesseling, Melnik, Olomouc, Legnica, Starogard, Aboue nicht nur gute Leistungen gezeigt wurden und damit der Name der BSG Chemie Radebeul über unser Territorium hinaus bekannt und geschätzt wird, sondern, dass damit auch die Fußballer einen Beitrag zur Völkerverständigung und Anerkennung der Friedenspolitik unserer DDR geleistet haben. Wir sind uns aber auch dessen bewusst, dass eine Sektion nicht nur am "Aushängeschild" in ihrer Arbeit gemessen wird.

Deshalb wurde in den ganzen Jahren ständig an der Weiterentwicklung der Sektion gearbeitet. So zum Beispiel ist zu verzeichnen, dass im Erwachsenenbereich eine A1te-Herren-Mannschaft sowie eine 2. und 3. Mannschaft im Kreismaßstab spielen.

Ein besonderes Augenmerk galt auch dem Nachwuchsbereich. Mit wechselndem Erfolg spielten die Nachwuchsmannschaften auf Kreis- und Bezirksebene. Staffelsiege, Spartakiademedaillen, Hallenkreismeistertitel stehen als Erfolg zu Buche. Besondere Anerkennung verdienen die Juniorenmannschaften der letzten Jahre, die im Spitzenfeld der Bezirksklasse mitmischen, woran der Übungsleiter Werner Lühe großen Anteil hat. Im 40. Jahr des Bestehens der BSG nehmen folgende Nachwuchsmannschaften die Wettkampfsaison auf:

Junioren - Bezirksklasse
Jugend - Kreisklasse
Kinder - Kreisklasse
Mini-Kinder - Kreisklasse

Darüber hinaus soll die Saison genutzt werden, zwei weitere Mannschaften aufzubauen, um in allen Altersgruppen den Wettkampfbetrieb zu besetzen, Die Voraussetzungen dafür sind durch die Betreuung von 3 Arbeitsgemeinschaften - Fußball - in den Patenschulen gegeben.
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Um das Bild der Entwicklung der Sektion Fußball abzurunden, sollen nachstehende Daten des heutigen Standes beitragen:
 

Mitgliederstand:

240

Sportler

davon Kinder/Jugendliche

111

Sportler

ausgebildete Übungsleiter

42

Sportler

ausgebildete Schiedsrichter

15

Sportler

(Hierzu ist zu erwähnen, dass der Sportfreund Kallenbach in die höchste Klasse des Bezirkes eingestuft ist)

Im Entwicklungsprozess der Sektion gab es, wie allgemein im täglichen Leben, Höhen und Tiefen. Es gab und gibt Probleme, mit denen vor allem die Funktionäre, ständig zu kämpfen haben. Ein solches ist gegenwärtig das Fehlen von Übungsleitern und Schiedsrichtern, da von den o. g, Ausgebildeten, einige aus den verschiedensten Gründen nicht mehr aktiv tätig sind.

Sollte sich beim Lesen dieser Zeilen der oder jener angesprochen fühlen, in unserer Sektion mitzuarbeiten, wir wären für jede Bereitschaft dankbar. Er würde damit auch einen echten Beitrag im Rahmen unseres Jubiläums und vor allem zur Weiterentwicklung der Sektion leisten,

Abschließend möchten wir noch einen Dank an die Sportfreunde richten, die in den 40 Jahren die Sektion Fußball leiteten. Das waren die Sportfreunde Rudi Wagner, Dieter Feldmann, Klaus Helbig, Henry Bockrandt und seit 1988 Ralf Günther.