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Wandern /Bergsteigen
Von den rund 50 Sportfreundinnen und Sportfreunden unserer Sektion wird das Wandern und Bergsteigen mehr oder weniger aktiv ausgeübt aus Freude am Sport und zur aktiven Erholung. In wenigen Sportarten sind körperliche Leistung, Naturverbundenheit und Kollektivgeist so gefordert wie beim Bergsteigen.
Um einen Gipfelsieg zu erringen, müssen alle beteiligten Sportfreunde ihre Aufgabe voll erfüllen. Ein Versagen kann die gesamte Seilschaft in lebensgefährliche Situationen bringen. Eine Besteigung des Herkuleskopfes durch unsere Sektion (s. Bild) zeigt das Mitwirken aller Sportfreunde am Gipfelsieg sehr anschaulich.
Viele Werktätige sind vom Bergsteigen begeistert und betreiben es sehr aktiv. So gründeten am 29. 07. 1939 sieben junge Arbeiter eine Bergsportgemeinschaft und nannten sich Arnsteiner. Nach 1945 unternahm diese Gemeinschaft weiterhin gemeinsame Kletterfahrten und verstärkte sich auf 12 Mitglieder. Den Aufbau einer demokratischen Ordnung unterstützte man von Anfang an, was die durchgeführten Arbeitseinsätze beim Wiederaufbau des Schauspielhauses beweisen.
In gründlichen Diskussionen setzte sich die Erkenntnis durch, dass der Bergsport organisiert betrieben werden muss. Am 06. 01. 1949 trat die Seilschaft Arnsteiner geschlossen der demokratischen Sportbewegung bei und bildete die Sektion "Wandern und Bergsteigen" in der Sportgemeinschaft ALCID Radebeul.
Unseren Bergsport betreiben wir überwiegend an den Wochenenden in unserer Sächsischen Schweiz. Zu damaliger Zeit waren als Verkehrsmittel nur Eisenbahn oder Fahrrad gegeben.
Die Schaffung einer Bergsteigerunterkunft war dringend erforderlich, um das Wochenende für unseren Bergsport optimal zu nutzen.
Im Jahre 1950 hatten wir ein Objekt, das durch Instandsetzung und Umbau als Bergsteigerhütte geeignet war, in Krippen gefunden. Am 8. April 1950 erfolgte der erste Arbeitseinsatz aller Sektionsmitglieder.
Da wir zum damaligen Zeitpunkt keinerlei Unterstützung für den Hüttenbau bekamen, mussten alle materiellen und Arbeitsleistungen von den Sektionsmitgliedern erbracht werden.
Es wurden mehrere tausend Stunden Arbeitseinsatz geleistet, und jedes Sektionsmitglied musste 50,- Mark (das entsprach 1950 einem Wochenlohn eines Arbeiters) zur Anschaffung von Baumaterial aufbringen.
Während der 2jährigen Bauzeit bestand für alle Sektionsmitglieder Kletterverbot, um den Hüttenbau vorwärts zutreiben. Nachdem wir eine annehmbare Hütte in unserem Felsengebirge aufweisen konnten und ab 1951 die BSG Chemie Radebeul unsere Sektion in der Beschaffung von Sportausrüstung erheblich finanziell unterstützte, setzte eine merkliche Verbesserung im Sektionsleben und in der Steigerung der Mitgliederzahl ein.
In den 60er Jahren erreichten wir eine Mitgliederstärke von ca. 50 Sportfreundinnen und Sportfreunden. Dies ist für unsere Sektion, bedingt durch die Hüttenkapazität und die Durchführung von gemeinsamen Fahrten, eine optimale Mitgliederzahl, die auch in Zukunft beibehalten wird.
Dar erste Leiter der Sektion "Wandern und Bergsteigen", Sportfreund Gerhard Pöhler, war in der Organisierung von gemeinsamen Bergfahrten und Veranstaltungen besonders aktiv. So wurden in den 50er Jahren unter seiner Leitung im Rahmen des gesamtdeutschen Sportverkehrs Gemeinschaftsfahrten in die Alpen und in die Fränkische Schweiz organisiert.
Eine Krönung war die Besteigung des Matterhorns durch 2 Sektionsangehörige. Im Austausch weilten mehrfach Nürnberger Bergsteiger in unseren Heimatbergen, und es wurden viele gemeinsame Kletterfahrten mit den Nürnberger Bergfreunden durchgeführt.
Mehrtagesfahrten führten uns auch jedes Jahr in das Zittauer Gebirge, in den Harz, in die Greifensteine usw. Diese Fahrten waren immer gemeinsames Erlebnis und festigten das Kollektiv. Um für unsere Bergfahrten zu trainieren, waren wir auch als Gast in den Sportarten Skilanglauf und Turnen tätig, So konnten unsere Sportfreunde Willy Schulze und Helmut Claus im touristischen Langlauf bei den DDR-Meisterschaften 1954 einen 3. Platz in der Altersklasse belegen. Mehrere Sportfreunde nehmen auch an den wöchentlichen Übungsabenden der Sektion "Turnen und Gymnastik" teil. Im Rahmen dieser guten, freundschaftlichen Verbindung beider Sektionen organisieren wir für die Turner jährlich eine Wanderung in die Sächsische Schweiz, verbunden mit einer gemeinsamen Kletterfahrt für besonders interessierte Turner.
Die klettersportliche Entwicklung unserer Sektion ist besonders eng mit der Aktivität unseres Nachwuchses verbunden. So konnte bis Ende der 50er Jahre eine Reihe von Erstbegehungen in den Felsen der Sächsischen Schweiz von unseren Sektionsangehörigen durchgeführt werden. Hier sind besonders die Bergfreunde Wilfried Hennersdorf und Helmut Claus zu nennen.
Im folgenden Zeitraum waren die Sektionsmitglieder in der Durchsteigung schwieriger Kletterwege erfolgreich. Als besonders aktiv sind bis in die 70er Jahre Sportfreund Karl Jakob und bis heute Sportfreund Dieter 5teizer zu nennen. In letzter Zeit wurde unsere Jugend klettersportlich sehr aktiv. Es gelang ihr die Durchsteigung sehr schwieriger Kletterwege. Wir hoffen, dass diese positive Entwicklung anhält.
Als Sektion "Wandern und Bergsteigen" in der BSG Chemie Radebeul haben wir den Wunsch, dass wir unseren schönen Klettersport noch recht lange - vor allem in Frieden und Freundschaft mit allen Völkern - durchführen und in Zukunft auch noch andere Gebirge in der Welt durchwandern und ersteigen können.
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